Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Koblenz

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Inhalt: Taucherglockenschiff 'Carl Straat'

 

In der Zeit vom 14.07. bis 08.08.03 ist das Taucherglockenschiff (TGS) Carl Straat für Bauwerksprüfungen an den Wehren Koblenz, Lehmen und Enkirch im Bereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Koblenz im Einsatz.

Im Anschluss daran wird das TGS für das Wasser- und Schifffahrtsamt Trier vom 11.08. bis 08.09.03 ebenfalls Bauwerksprüfungen an den Wehren in seinem Bereich durchführen.

Taucherglockenschiff "Carl Straat" was ist das eigentlich?

Zeichnung vom Tauchglockenschiff 'Carl Straat'

Das TGS ist ein Arbeitsgerät, das ein Arbeiten im Trockenem unter Wasser erlaubt. Am Heck des TGS befindet sich die Tauchglocke, die mittels Luftüberdruck gegen eindringendes Wasser geschützt wird. Entsprechend der Wassertiefe wird der Luftdruck in der Tauchglocke erhöht und gestattet ein Arbeiten im Trockenem auf der Flußsohle. Die maximalen Tauchtiefe beträgt 10 m.

Das TGS wurde als Weiterentwicklung der Taucherschächte Krokodil und Kaiman mit der Taucherglocke am Heck, größerer Hubkraft (bis zu 15 t) und mit eigenem Antrieb ausgerüstet. Der Geräteführer kann auf der Brücke die Arbeiten in der Taucherglocke mittels Videokamera beobachten und sie mittels starker Winden heben und senken.

Bauwerksprüfungen an den Wehren ?

Was ist das und was wird da gemacht?

Auf Grund der Verwaltungsvorschrift VV-WSV 2101 ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, hier das Wasser- und Schifffahrtsamt Koblenz, verpflichtet, alle 6 Jahre seine Bauwerke und Anlagen zu prüfen. Dies ist gleich zu setzen mit der Hauptuntersuchung eines PKW beim TÜV . Nur hier kommt der TÜV, sprich das Wasser- und Schifffahrtsamt Koblenz, mit seinen eigenen Ingenieuren und Technikern zum Bauwerk.

Geprüft werden die Stahl- und die Massivbauteile auf Schäden (Risse, Rostschäden, evtl. Setzungen und Grad der Abnutzung), die die Betriebssicherheit der Anlagen gefährden können. Aus der Schadensauswertung wird ein Reparatur- oder, wenn notwendig, ein Grundinstandsetzungsprogramm erarbeitet.

Beispiele:

Bei der Bauwerksprüfung mit den TGS an den Wehren werden z.B. die Halterungen für die Oberwasser- Revisionsverschlüsse auf Ihren Zustand hin geprüft.

Foto vom Tauchglockenschiff 'Carl Straat'

Taucherglockenschiff (TGS) "Carl Straat" vor dem Wehr St. Aldegund. Die Tauchglocke befindet sich unmittelbar vor dem Wehrkörper in 6 m Wassertiefe

Bei einer Standzeit von über 40 Jahre unter Wasser ist eine sorgfältige Prüfung notwendig.

Foto vom Tauchglockenschiff 'Carl Straat'

TGS"Carl Straat" unmittelbar vor dem Wehr. Tauchglocke ist abgesenkt. Im Vordergrund das Schachtrohr zum Abstieg in Tauchglocke. Gut zu erkennen ist die austretende Luft, die in den Blasen an die Wasseroberfläche steigt.

Foto von der Taucherglocke des Schiffs 'Carl Straat'

In der Tauchglocke des TGS - zusätzliche Abdämmung durch einen Revisionskasten auf der Betonsohle vor dem Wehr. Im Bild ein Halteblock für den Revisonsverschluß wird auf Risse und Abnutzung untersucht.

Bedingt durch die Bauform der Wehrschwellen unter Wasser ist der Einsatz eines zusätzlichen Revisionskastens in der Tauchglocke erforderlich. Nach Leerpumpen des Revisionskastens ist die Prüfung der Zugverankerungen der Revisionsverschlüsse möglich.

Foto von der Taucherglocke des Schiffs 'Carl Straat'

Kontrolle der Zughaken am Wehr Fankel. Im Vordergrund sind Schäden an einer Bauwerksfuge zu erkennen, die mit beseitigt werden.

Um in die Tauchglocke zu gelangen, muss eine Druckluftschleuse benutzt werden.In dieser Schleuse werden die sogenannten "Glockenarbeiter" langsam an den höheren Luftinnendruck in der Tauchglocke angepaßt und dann eingeschleust. Nach dem Ausgleich des Luftdruckes steigt man aus der Druckluftschleuse in das Schachtrohr und geht über eine Eisentreppe hinunter in die Tauchglocke.

Die Tauchglocke ist für alle möglichen Arbeiten unter Wasser ausgerüstet; zur Ausrüstung gehören Anschlüsse für Druckluftgeräte (Presslufthammer), mehrere Hubgewinden unterschiedlicher Stärke, Elektroanschlüsse zum Schweißen und noch weitere Einrichtungen.

Neben der Bauwerksprüfung hat das TGS noch andere wichtige Aufgaben:

Kontrolle der Verankerungen der Fahrwassertonnen und evtl. Setzen von neuen Verankerungen auf der Flußsohle.

Untersuchungen der Flußsohle durch die Bundesanstalt für Gewässerkunde für wissenschaftliche Auswertungen, z.B. für die Geschiebezugabe zur Stabilisierung der Flusssohle.

Ein besonderer Schwerpunkt bildet die Beseitigung von Hindernissen auf der Flusssohle. Diese stellen eine besondere Gefahr für die Schifffahrt dar und müssen deshalb vordringlich beseitigt werden. Für das Suchen und Bergen solcher Hindernisse ist das TGS besonders gut geeignet.

Entfernen von Betonfundamenten auf der Flusssohle in der Taucherglocke des Schiffs 'Carl Straat'

Beseitigen eines alten Betonfundamentes von der Flusssohle

Die Arbeit in der Tauchglocke ist durch den erhöhten Luftdruck, die sehr hohe Luftfeuchtigkeit (fast 100 %), die starke Wärmeentwicklung durch die großen Lampen sowie den hohe Geräuschpegel (bedingt durch die Stahlwände) sehr belastend.

Deshalb müssen alle Beschäftigte, die Arbeiten in der Tauchglocke ausführen müssen, durch eine besondere arbeitsmedizinische Untersuchung jährlich auf ihre körperliche Tauglichkeit untersucht werden.

Foto vom Taucherglockenschiff 'Carl Straat'

Taucherglockenschiff "Carl Straat" im Heimathafen Duisburg.
Einsatzgebiete: Rhein von Emmerich bis Iffezheim. Mosel von Koblenz bis Trier


TGS "Carl Straat" des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein

Heimathafen: Duisburg
Baujahr: 1963
Bauwerft: Ohrenstein & Koppel/Lübecker
Technische Daten: L = 52,00 m, B= 11,80 m, T= 1,60 m
Antriebsleistung: 2 x 280 PS
Motor: Zylinder MAN Diesel
Antrieb: 2 x Voith Schneider Propeller
Einsatzgebiete: Rhein und Mosel

Foto vom Taucherschacht des Schiffs 'Kaiman'

Taucherschacht "Kaiman" Vorläufer des Taucherglockenschiffes "Carl Straat", Baujahr 1892. Der Taucherschacht (TS) "Kaiman" war 114 Jahre für die Rheinschifffahrt tätig und wurde 2006 außer Dienst gestellt. Derzeit liegt der TS im Schutzhafen St. Goar und wartet auf einen neuen Verwendungszweck.